Infos zur Unterbringung

Terrariumbau

 

Unsere Igel









 
 
Ich werde hier nochmals auf den Bau von Terrarien eingehen, da es durchaus Sinn macht diese speziell den Gegebenheiten anzupassen. Man stelle sich vor: Ein Standartmaß von 1200x600 Grundfläche und da wo es stehen soll eine verfügbare Fläche von 1500x500. In dem Fall würde beim Standartmaß die Breite durchaus passen, aber die Tiefe ist zu groß. Auf einem Unterschrank abgestellt, heist das: entweder 10cm vorn überstehend, oder den Unterschrank 10cm von der Wand weg stellen, bleibt dann noch eine Ecke frei ist dieser Schrank nicht mehr, ohne Umbau, Igelsicher. Zudem kommt, wenn das Terrarium im Selbstbau an die oben genannte Grundfläche angepasst wird, dass die Lauffläche (m) und Grundfläche (qm) größer ist. Ein anderes Beispiel sind Dachschrägen, verwinkelte Ecken, Gebälk oder eine Kombination aus allem. Dafür eine Anleitung zu erstellen sprengt allerdings etwas den Rahmen, gern steh ich aber für Fragen zur Verfügung. Zum Ende werden wir hier noch unsere Terrarien, alle im Selbstbau, vorstellen.

Widmen wir uns einem Terrarium mit den Außenmaßen (1200x600x500 BxTxH).
Vorerst müssen wir uns ein paar Gedanken machen:
  • welches Material
  • welche Materialstärke
  • welche Größe, welche ich hier fix vorgegeben habe
  • wo soll es stehen
  • wo ist Platz für die Lüftung
  • wo komme ich mit dem Strom am besten zu Rande
  • soll eine Etage rein
Alles weitere ist auch noch später möglich und ohne weiteren Aufwand nachrüstbar. Ich entscheide mich für: OSB mit einer Plattenstärke von 15mm

Was wird benötigt?
2x Platte (Boden und Deckplatte)
2x Platte (Seitenteile)
1x Platte (Rückplatte)
2x Platte (Blende oben & unten)
2x Platte (Blende links & rechts)
1x E-Profil 1170mm
2x 4mm Glas 610mm x 360-370mm
Werkzeug, Schrauben & Latten







Beginnen wir mit dem Bau des Cube:

Die Grundplatte

Mit einer Größe von 1200mm x 570mm. Warum dieses Maß? Man könnte sie auch 1170mm x 570mm zusägen, dann ändern sich aber auch alle anderen Maße und die Verschraubung wäre dann von der Seite. In diesem Beispiel gehen wir von der 1200ér Größe und Verschraubung unten / hinten aus. Keine Angst OSB ist sehr stabil und wenn der Cube geschlossen ist hält dieses dann.
 

Die Erhöhung für die Schiebeleisten

Das Material ist hier frei gestellt, wir nutzen dafür ein Holz von 50mm x 80mm x 1170mm (H x B x L). Sinn des Ganzen ist, dass nicht der komplette Bodengrund immer in den Schiebeleisten liegt. Die Maße in Breite und Höhe können variieren ohne Änderungen an den anderen Maßen vornehmen zu müssen (max. die Verblendung und der nächste Schritt sollte dann angepasst werden). Verschrauben könnt Ihr dieses Holz von unten. Mittig, Vorderseite bündig auflegen und befestigen. Fixierung mit Holzleim ist möglich, muss aber nicht sein.
 

Der Schutz vor dem aufschieben der Scheiben

Wie bei der Wahl des vorherigen Materials, ist hier auch die Entscheidung nach Material und Größe bis auf wenige Maße freigestellt. Zu beachten gibt es nur, das es ein Schutz gegen aufschieben ist, also die Scheiben beim schließen zwischen der Verblendung und dem jetzt eingebauten Holz verschwinden. D. h. die Tiefe des Holzes ist die Tiefe der Bodenlatte abzüglich der Breite des Schiebeprofiles. Ihr benötigt 2 Latten, in unserem Beispiel, 40mm x 40mm x 350mm (B x T x H). Die Position der beiden Latten seht Ihr anhand des Bildes, befestigen könnt Ihr diese entweder mit Winkeln (unpraktisch) oder später an den Seitenteilen (sinnvoller).
 

Führung oben und unten für die Scheiben

Davon wird 1 Stück Holz benötigt, Abmessung ist 40mm x 40mm x 1170mm (H x B x L). Diese Latte hat ihre Position oben unterhalb des Deckels und kann mit diesem auch verschraubt werden. Desweiteren wird ein „E“-Profil mit einer Länge von 1170mm benötigt. Diese Profile sind zumeist 10mm breit, deswegen sind die Latten an den Seiten 40mm statt 50mm wie unten stark. Das Profilmaterial ist egal, beachtet nur die Glasstärke später, das die Scheiben darin genug Spiel haben damit sie schiebbar bleiben. Bewährt hat sich Plastik.
 

Die Seitenteile

Benötigt werden zwei OSB-Platten mit einer Größe von 570mm x 470mm. Diese Verschraubt Ihr zuerst einmal von unten mit Spax Schrauben von einer Mindestlänge von 3-facher Materialstärke (Schrauben mit Schaft!). In unserem Beispiel Mindestlänge 2,5-3 x 45mm. 4 Verschraubungen pro Seite durch den Boden sollten vorerst zum fixieren reichen. Ihr könnt mit den selbigen Schrauben auch jetzt die Hölzer zur Scheibensicherung befestigen (Punkt 3 s. o.).
 

Die Rückseite

Diese hat eine Abmessung von 1200mm x 485mm, sie wird von hinten Verschraubt mit den selbigen Spaxschrauben wie jene der Seitenteile. Ist diese befestigt können wir uns dem nächsten Part widmen.
 

Die Deckplatte

Mit einer Größe von 1200mm x 485mm. Verschraubt wird diese von oben, jetzt kann auch die Latte für die Scheibenführung befestigt werden. Der Cube sollte jetzt wie auf dem Bild aussehen und nähert sich fast seiner Vollendung. Man erkennt schon jetzt was daraus wird. Jetzt gibt es mehrere Wege fortzufahren. Versiegelung der Flächen, Einbringung der Bodenversiegelung Linoleum, Heizung, Dämmung, evtl. Etagen und Dekoration. Für vieles ist jetzt der beste Zeitpunkt dieses umzusetzen, da ausreichend Freiraum zum arbeiten vorhanden ist. Wir belassen den Cube in diesem Beispiel ohne jene „Einbauten“. Und fahren fort mit,
 

Die Frontverblendung

Diese besteht aus einem unteren, zwei seitlichen und einem oberen Teil (Bild nicht proportional!). Die untere Platte hat die Abmessung 1200mm x 110mm. Die beiden Seiten haben eine Größe von jeweils 330mm x mind. 55mm, optisch besser sehen 80mm aus. Die obere Platte ist 1200mm x 60mm. An der Frontseite wie auf dem Bild anbringen / verschrauben. Der Cube (Holzarbeiten + Scheibenführung) ist nun vollendet.
 

Das Glas

Für diese Größe von Terrarium benötigt Ihr ein Paar Schiebetüren. Wir empfehlen 4mm Glasstärke. Die Größe der beiden Platten ist 610mm x 360-370mm. Diese können nun von vorn zuerst oben eingeführt und nach unten abgesetzt werden. Eine Scheibe pro Laufführung des „E“-Profils. Hinweis für Glas schneiden in Eigenarbeit: Glas ist sehr scharfkantig, Vorsicht vor Schnittverletzungen an den Bruchkanten, Ihr müsst diese „abkanten“ damit auch Eure Tiere sich nicht verletzen können. Alle 12 Seiten des Glases mit Sandpapier Körnung 100 im 45° Winkel so lang bearbeiten bis diese komplett von ihrer Scharfkantigkeit befreit sind. Wenn jetzt der Cube noch nicht die gewünschte Stabilität aufweist, können längere Schrauben, jetzt auch Schaftlose verwendet werden um an den gewünschten Stellen nachzubessern. Warum Schaftschrauben beim zusammenbau der Elemente verwenden? Dies ist einfach erklärt. Durch die glatte Stelle unterhalb des Schraubenkopfes zieht sich die Schraube besser ins zweite darunterliegende Material und presst das obere Material bei weiteren „überdrehen“ mit dem unteren zusammen. Es entstehen dadurch fast keine Spalten. Ihr seht das eigentliche Terrarium selbst zu bauen ist gar nicht so schwer. Wenn Ihr nun dieses mit jenen Fertigteilterrarien vergleicht seht Ihr sofort den baulichen Unterschied und den Sinn dieser anderen Bauweise an der Front. Und das für weniger finanziellen Aufwand wie ein fertiges in der selbigen Größe.
 

Die Versiegelung des Bodens

Wie schon an vielen Stellen beschrieben muss der Boden Urin, Wasserabweisend und leicht zu reinigen sein. Zudem wurde auch schon angesprochen das dort verschiedene Materialien zum Einsatz kommen können. Die folgende Variante bezieht sich auf Linoleum. Die einfachste Art der Versiegelung, nur müssen wir dort noch einen weiteren Aspekt einbeziehen. Von Grund auf sind Die bis jetzt verwendeten Materialien keine sehr guten Wärmespeicher. Holz hält die Wärme zwar besser im Raum, ist bei Berührung aber selbst „kalt“. Bei Linoleum ist dies ebenso der Fall. Da wir Temperaturen von über 25°C nicht nur in der Luft erreichen müssen und die Weissbauchigel sich gern auf den Grund graben um dort zu schlafen, entsteht ein Wärmeproblem auf der Liegefläche. Bis dies von der Körpertemperatur des Igels auf die nötige Wärme gebracht wurde, ist an kalten Tagen der Igel fast schon „eingefroren“ (fast Winterschlaf). Dem muss entgegen gewirkt werden! Afrikanische Weissbauchigel dürfen in häuslicher Haltung unter keinen Umständen nur annähernd Winterschlaf halten!!! Jetzt gibt es zwei Möglichkeiten: Mit Strom und ohne, widmen wir uns der preiswerten und ohne Folgekosten bestehenden Variante ohne Strom. Dämmung ist bei Wohnraum schon alle Weile ein Thema, man schützt dadurch die Umwelt, spart Energie und Geld. Beim Material gibt es Styropor und Styrodur. Beide Stoffe sind mögliche Materialien welche verwendet werden können und unterscheiden sich lediglich vom Preis. Wenn wir auch oft sagen man soll nicht sparen an der Haltung von Tieren, so kann man hier an dieser Stelle dies doch tun. Wir nehmen das preiswertere Styropor. Dieses gibt es in Plattenform 500mm x 1000mm x 10mm in jedem gut bestückten Baumarkt. Die Seitenansicht des Terrariums. Anhand dieser seht Ihr, wie das Styropor eingebracht wird. Die Deckschicht besteht aus Linoleum und wird umlaufend am Holz befestigt. Es eignen sich für die Befestigung eine geschraubte Leiste aus Aluminium, Tackerkrallen oder kleine Stiftnägel. Die Fläche zwischen Holz und Styropor mit Fliesen-kleber einstreichen und dieses damit dauerhaft verbinden (kein Muss). Zwischen Styropor und Linoleum empfehlen wir doppelseitiges Klebeband, da Plastikkleber meist das Dämmmaterial angreifen. Die Linoleumfläche muss aus einem Stück bestehen, auch um die Ecken! Stoßkanten sind hierbei zu vermeiden. Es wird zwar nicht Wasserdicht, aber ist perfekt zu reinigen. Bitte wählt als Linoleum eine strapazierfähige Sorte aus, nicht das Ihr irgendwann dieses einmal wechseln müsst, weil es löchrig wird. Dies ist die Zeitaufwendigste Sache beim Bau des Terrariums und sollte sehr genau gehalten werden. Je genauer die Schnittkanten desto weniger Spalten, im schlechtesten Fall freie Stellen, habt Ihr im Endeffekt.